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From a German, Austrian, Swiss and American perspective.


Blogger aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA schreiben über das interessante Alltägliche des jeweiligen Landes.


Meine Sicht der Dinge

Mittwoch, 22. Juli 2009 - 11:19 Uhr
Sommer, Sonne, Sonnenbrand

Mit unserem neuen Schwimmteich ist plötzlich auch wieder das Thema „Sonnenbrand“ aktuell geworden. Im Wasser liegend vergisst man schnell die Gefahr, zumal das Wasser ja so schön kühlt. Also hab ich mich schlau gemacht, wo und wie UV-Gefahren lauern und diese aufschlussreiche Tabelle gefunden. Die Prozentzahlen für Fensterglas, Wasser und Synthetikkleidung aus Polyamid fand ich unglaublich. Aber leider stimmen sie.

Hier lauern UV-Gefahren
Material___________Durchlässigkeit___Durchlässigkeit
___________________für UVA__________für UVB
Wasser, 1 m Tiefe____80%____________50%
Fensterglas__________85%____________35%
Autosicherheitsglas___70%____________10%
Polyamid____________82%____________69%
Baumwolle trocken____20%____________11%
Baumwolle nass______36%____________19%

Die Unterstriche musste ich einfügen, da es sonst gar keine Tabelle geworden wäre.


Mittwoch, 17. Juni 2009 - 18:56 Uhr
Es ist vollbracht!

Wir haben einen Schwimmteich. Er hat all unsere Erwartungen noch übertroffen. Das Wasser ist wunderbar weich, da es keinerlei Chemie enthält und wärmt sich ganz natürlich durch den flachen Pflanzenbereich auf.

Doch auch wenn man nicht schwimmen geht, ist dieser Naturschwimmteich Pflege für die Seele. Auf das schöne grüne Wasser zu sehen, Libellen und in der Dämmerung kleine Fledermäuse zu beobachten, wie sie im Flug Wasser aufnehmen, hat was ungeheuer Meditatives.

Unser Garten hat deutlich an Lebensqualität gewonnen.

Montag, 4. Mai 2009 - 20:01 Uhr
Haus am See


Auch wir haben angefangen zu graben. Aber wir bauen keine alternative U-Bahn für Köln, sondern einen Naturschwimmteich im Garten. Dieser Schwimmteich kommt gänzlich ohne Chemie aus, denn die ihn umgebenden Wasserpflanzen im Regenerationsbereich reinigen ihn.
Das Badegefühlt ist also wie in einem natürlichen See.

Nun ist ein Bauvorhaben in Köln ja nicht so einfach, wie man an meinem vorherigen Blogeintrag sehen kann. Doch auch ohne einstürzende Bauten kann das Graben in Köln schwierig werden. Grund: Römerruinen!
Da wir an der alten Römerheerstraße Richtung Aachen unser Haus haben, bestand durchaus die Gefahr, auf alte Mauern oder Tonkrüge zu stoßen. Wir sind ihr Gott sein Dank entkommen, denn außer einer alten stillgelegten Zisterne aus den frühen sechziger Jahren haben wir nichts im Garten gefunden. Findet man aber Römer, so muss sofort die Baustelle stillgelegt werden, die Stadtkonservatoren erscheinen und entscheiden, ob und wenn ja, wann weiter gebaut werden darf. Darum ist jeder Kölner froh, keinen bedeutenden Römerfund zu machen.

Die Landschaftsgärtner sind nun seit drei Wochen bei der Arbeit und haben mir versprochen, dass der Teich in nunmehr zwei Wochen fertig sein wird.
Dann kann die Badesaison beginnen!!!

Dienstag, 10. März 2009 - 14:26 Uhr
Stadtarchiv in Köln eingestürzt

Der Klüngel, der Karneval und die Inkompetenz der Verkehrsbetriebe in Köln sind aus meiner Sicht unübertroffen. Gestern ist das historische Stadtarchiv der Stadt Köln nebst zwei weiteren Gebäuden im Severinsviertel eingestürzt. Die Bilder des Unglücks erinnern an ein Erdbeben, bzw. die Staubwolke an den 11. September. Zur Zeit werden noch drei Menschen vermisst, ansonsten gab es nur Leichtverletzte.

Vielleicht hält der liebe Gott – so wie es in einigen Karnevalsliedern heißt- doch schützend die Hand über Köln, denn vor 12 Tagen wurde in diesem Viertel Weiberfastnacht mit zehntausenden von Menschen gefeiert und vor 8 Tagen führte genau über dieser Straße der Rosenmontagszug mit ebenfalls zehntausenden von Besuchern.

Die Feuerwehr von Köln gab gestern als Unglücksursache an, dass sich neben der neuen und noch nicht in Betrieb genommen U-Bahntrasse ein Hohlraum im Erdreich gebildet hat und in diesen Hohlraum ist die Erde unterhalb des Stadtarchivs gerutscht, so dass das Stadtarchiv nach vorne rüber gefallen ist und zwei Nebengebäude mit in die Tiefe gerissen hat. Außerdem sind zwei ca. 30 Meter tiefe Krater entstanden. Diese Krater verhindern bis jetzt, dass nach den Vermissten gesucht werden kann, denn es besteht in einem Umkreis von 150 Meter um die Unglücksstelle akute Einsturzgefahr. Darum sind gestern aus dem gesamten Umfeld von Köln alle Betonmischer zur Severinsstraße beordert worden. Sie füllen seit gestern Abend ca. 1000 Tonnen Beton in die Hohlräume, um den Untergrund zu stabilisieren. Danach kann endlich die Suche nach den Vermissten in vollem Umfang beginnen. Einzelne Suchhunde waren bereits gestern Abend an den Rändern der Unglücksstelle tätig.

Die Pannenserie bei diesem U-Bahn Bau hat eine lange Tradition. Schon 2004 hatte Köln kurzzeitig einen schiefen Turm, denn ein Kirchturm war, keine 300 Meter vom heutigen Unglück entfernt, auf Grund des U-Bahnbaus in Schieflage geraten und musste mit enormen finanziellen Mitteln wieder aufgerichtet werden. Außerdem gab es immer wieder Pannen durch angebohrte Gas- oder Wasserleitungen. Der Oberbürgermeister von Köln, Fritz Schramma, hat heute gesagt, dass er diesen U-Bahn Weiterbau unter der Altstadt für „fast unverantwortlich“ hält. Ich frage mich, was will uns das sagen? Sind nun die ca. 600 Millionen Euro, die der Bau bis jetzt gekostet hat, im wahrsten Sinne des Wortes in den Sand gesetzt?

Im Stadtarchiv waren Dokumente aus über tausend Jahren untergebracht. Das älteste Dokument stammt aus dem Jahr 922. Zudem befanden sich die Nachlässe von Karl Marx, Heinrich Böll und Jaques Offenbach im Stadtarchiv. Zahlreiche dieser einmaligen Dokumente werden wohl nicht mehr zu retten sein. Sehr treffend schreibt der Kölner Stadtanzeiger dazu: „Was kann schon eine mittelalterliche Pergament-Handschrift einer Betondecke entgegensetzen?“ (Quelle www.ksta.de)

Dienstag, 10. März 2009 - 14:25 Uhr
Die fünfte Jahreszeit

Karneval: Eine Jahreszeit, die es nur im Rheinland gibt. Ab Weiberfastnacht befinden sich die Städte Düsseldorf, Aachen, Bonn, Mainz und Köln in einer Art Flatrate-Humor-Party. In jeder Kneipe, jedem Studentenwohnheim, auf jedem Platz und vielen Straßen wird nun sechs Tage lang fast rund um die Uhr gefeiert.
Trotz des trüben Wetters ist die Stadt jetzt durch die vielen farbenfrohen Kostüme der Karnevalisten bunt. Die echten Jecken beweisen immer wieder überraschend viel Phantasie bei ihrer Kostümgestaltung. Offenbar kann man wirklich aus Allem ein Kostüm machen, ob Einwegmaleranzug aus dem Baumarkt, der zum Raumanzug, Froschhaut oder Häschenkostüm wird oder runde Topfreiniger, die zu Haarschnecken, Ritterrüstungen oder Hüten werden.
Für mich (Ich komme aus dem karnevalsfernen Ruhrgebiet und lebe erst seit 12 Jahren in Köln.) war die fünfte Jahreszeit zunächst ausgesprochen gewöhnungsbedürftig. Ich kann mit der verordneten Lustigkeit in diesen Tagen nicht wirklich was anfangen. Aber mit den Jahren verliert man einfach sein Herz an diese unkomplizierte, fröhliche Mentalität der Rheinländer und irgendwann habe ich mich dann dabei erwischt, dass ich mit voller Inbrunst „Viva Colonia“ und „Echte Fründe stohn zesamme“ mitgesungen habe. In den ersten Jahren habe ich noch nicht einmal den Text verstanden.
Sehr schön finde ich mittlerweile den Straßenkarneval mit seinen Umzügen, denn er ist absolut demokratisch. Jeder, wirklich Jeder kann daran teilnehmen. Niemand wird auf Grund seiner gesellschaftlichen Stellung, Religion oder Nationalität benachteiligt. Alle können sich - und tun es auch – an den Zügen beteiligen und/oder am Straßenrand die Kamelle (Bonbons), Strüßche (kleine Blumensträuße), Plüschtiere, Pralinen und Kekse fangen. Strahlende, lachende, kostümierte Kinder jubeln den Wagen zu und versuchen möglichst viele Süßigkeiten und Spielzeug zu ergattern. Diese werden mit aufgespannten Regenschirmen, die wie ein Trichter umgekehrt gehalten werden, geangelt oder durch Wuseln zwischen den Erwachsenen vom Boden aufgeklaubt. Die Beute wird dann in den mitgebrachten Puppen- und Kinderwagen gesammelt. Meist enthält ein solcher Wagen auch noch ein mitgebrachtes Fässchen Kölsch für die Eltern.

Also: Kölle Alaaf



P.S. Mein Wunsch nach Sonne ist auch noch in unserem Urlaub in Österreich in Erfüllung gegangen; an unserem Abreisetag.

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Herzliche Grüße aus Deutschland
Gabriele

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